Cremare Tierbestattung

0800 664 68 38

Mo-So: 08:00 – 20:00 Uhr

Cremare on Facebook    Cremare on Insta    Cremare bei LinkedIn

08006646838

Mo-So: 08:00-20:00 Uhr

Wir ermitteln die nächste Tierbestattung in Ihrer Nähe...

Einschläfern lassen – wenn es Zeit ist, Ihr Tier gehen zu lassen

Dr Margret Prasse

Einer der schwersten Momente im Leben von Tierbesitzern und Mitarbeitenden einer Tierarztpraxis ist die bewusste Entscheidung, ein geliebtes Tier gehen zu lassen. Diese ist selten einfach und immer eng verbunden mit Verantwortung, Empathie und dem Wunsch, unnötiges Leiden zu verhindern. Unterstützen kann hierbei ein fundiertes Wissen über den Ablauf, über die Möglichkeiten – und welche Rolle man selbst dabei einnehmen kann.

In diesem Ratgeber finden Sie einfühlsame und sachlich fundierte Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Euthanasie beim Tier, beantwortet von der Tierärztin Dr. Margret Prasse – von der schweren Entscheidung über den konkreten Ablauf bis hin zum Abschied danach.

3 Inhaltsverzeichnis

Was ist Euthanasie beim Tier?

Euthanasie bedeutet aus dem Griechischen übersetzt „guter Tod” oder „einfacher Tod“. In der Tiermedizin beschreibt dieser Begriff das geplante, gezielte, schmerzfreie und stressfreie Einschläfern eines Tieres, um es von weiteren Schmerzen und Leid zu befreien.

Die Begriffe Euthanasie und Einschläfern werden dabei synonym verwendet. Es handelt sich um einen medizinischen Eingriff, der ausschließlich durch Tierärzte durchgeführt wird – nach klaren ethischen Grundsätzen: schmerzfrei, stressfrei und in Würde.

Die Euthanasie beim Tier ist eine der schwersten Entscheidungen. Aber sie ist ein letzter Liebesbeweis. Wer diese Entscheidung trifft, wenn sein Tier unheilbar leidet, handelt aus tiefer Verantwortung gegenüber dem Tier.

 

Die Entscheidung zur Euthanasie – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt ist oft die schwerste von allen. Es gibt keine universelle Antwort – und das ist auch gut so, denn jedes Tier und jede Situation ist einzigartig. Dennoch gibt es klare Orientierungspunkte aus tierärztlicher Sicht.

 

Wann wird aus tierärztlicher Sicht Euthanasie empfohlen?

Wenn ein Tier dauerhaft mit schlechter Prognose leidet und somit die Aussicht auf Heilung sehr schlecht ist, wird eine Euthanasie empfohlen bzw. ist sie auf jeden Fall ratsam, um vor allem das Leiden des Tieres zu beenden.

Cremare Tierbestattung

Ab wann ist Einschläfern ein verantwortungsvoller Schritt?

Wenn es kaum noch “gute Tage” gibt oder diese immer weniger werden. Oft lässt sich dies an alltäglichen Dingen erkennen: ein entspannter Schlaf, normaler Hunger und Durst. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, ob ein Tier altersgerechte Einschränkungen hat, denn „Alter ist keine Krankheit“, oder ob es wirklich kaum noch Lebensfreude hat.

Gibt es einen Punkt, an dem Weiterbehandeln nicht mehr im Sinne des Tieres ist?

Diesen Punkt zu erkennen und zu benennen, ist wirklich nicht einfach. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, die uns in unserer Wahrnehmung und Entscheidung beeinflussen. Klar ist jedoch: Wenn nur noch die Lebenszeit verlängert wird, um sich selber ein gutes Gefühl zu geben, jedoch nicht die Lebensqualität dauerhaft verbessert wird, ist es nicht mehr im Sinne des Tieres. Ebenso ist es, wenn Angst und Schmerzen den Alltag des Tieres bestimmen, ohne Aussicht auf Besserung.

 

Welche Anzeichen deuten auf starkes Leiden hin?

Viele Tiere zeigen ihr Leiden nicht immer für alle erkennbar. Hier hilft es, sein Tier gut zu kennen. Oft sind es Zittern, Schmerzlaute, mangelnde Körperpflege, fehlendes Interesse, ständiges Umherlaufen und noch vieles mehr. Folgende Verhaltensveränderungen können unter anderem auf nachlassende Lebensqualität hindeuten:

  • Das Tier zieht sich vermehrt zurück, wird ungewohnt aggressiv oder anhänglich
  • Fress- und Trinkverhalten hat sich deutlich verändert oder ist eingestellt
  • Es gibt kaum noch gute Tage – Freude an vertrauten Dingen fehlt
  • Unkontrollierbare Schmerzen, extreme Atemnot, keine Reaktion auf Behandlung

Der konkrete Ablauf der Einschläferung

Der Ablauf einer Euthanasie folgt einem klaren, medizinisch etablierten Protokoll. Ziel ist es, den gesamten Prozess so ruhig, schmerzfrei und stressfrei wie möglich zu gestalten – für das Tier ebenso wie für die trauernden Besitzer und anwesendem Tierarztteam.

 

Wie läuft eine Euthanasie genau ab?

In der Regel erklärt die Tierärztin bzw. der Tierarzt den Ablauf vorab und ist für alle Fragen da. In den meisten Fällen bekommt das Tier zunächst ein Beruhigungsmittel. Danach erfolgt die Injektion, die zum Tod des Tieres führt.

 

Welche Medikamente werden eingesetzt?

Bei der Euthanasie kommen tierartspezifisch spezielle Medikamente zum Einsatz. In der Regel wird das Tier vorab sediert, sodass das Bewusstsein ausgeschaltet wird. Das Tier befindet sich dann wie in einer Narkose. Häufig werden anschließend hochdosierte Narkosemittel eingesetzt.

 

Wird mein Tier vorher beruhigt?

Es wird immer versucht, diesen Prozess so ruhig wie nur eben möglich durchzuführen. Das Tier soll keine Angst dabei spüren. Die Sedierung bringt das Tier in einen tiefen, entspannten Schlafzustand, bevor die finale Injektion verabreicht wird.

 

Wie schnell tritt der Tod ein?

In der Regel innerhalb von wenigen Sekunden bis Minuten. Dies ist immer abhängig von der Verfassung des Tieres, der Tierart und der Wahl der Medikamente. Das Tier selbst bekommt diesen Zeitraum nicht mehr bewusst mit.

 

Was passiert körperlich in diesem Moment?

Die eingesetzten Medikamente der finalen Injektion verlangsamen den Herzschlag und die Atmung. Dies geschieht völlig schmerzfrei. Das Herz hört auf zu schlagen und die Atmung setzt aus.

 

Was nimmt das Tier während der Einschläferung wahr?

Was ein Tier während der Euthanasie wahrnimmt, hängt von sehr vielen Faktoren ab und lässt sich pauschal gar nicht beantworten. Ein Tier, das chronisch krank ist und dessen Krankheitsverlauf langsam fortschreitet, nimmt die Situation sicherlich anders wahr als ein verunglücktes Tier, das extremem Stress ausgesetzt ist.

Die Frage, ob ein Tier ein Bewusstsein für seine Situation hat, ist so nicht zu beantworten. Allerdings bekommt es natürlich die Emotionen seiner Besitzer mehr oder weniger mit.

Spürt mein Tier Schmerzen?

In der Regel bekommt das Tier zunächst ein Beruhigungs- oder Narkosemittel, damit es schläfrig und entspannt ist und die Umgebung immer weniger bewusst wahrnimmt. Es entwickelt sich keine neue Schmerzsituation, die nicht schon vorher dagewesen wäre.

Natürlich können kurz unangenehme Momente entstehen – ähnlich wie bei einer Impfung: der kleine Stich der Spritze, kurzes Festhalten, selten ein leichtes Brennen beim Einspritzen bestimmter Medikamente. Diese Momente sind für das Tier vergleichbar und kaum bedeutsam.

Cremare Tierbestattung

Bekommt mein Tier Angst?

Tierärzte und das gesamte Praxisteam versuchen immer, die jeweilige Situation möglichst ruhig zu gestalten. Häufig hilft die Anwesenheit vertrauter Menschen oder einer vertrauten Umgebung. Idealerweise ist diese ruhig, vielleicht etwas abgedunkelt, mit vertrauten Gerüchen.

Die meisten Tiere wirken vor der Euthanasie eher müde und entspannt als ängstlich, besonders nach einer Medikamentengabe zur Sedierung.

 

Ist mein Tier noch bei Bewusstsein?

In der Regel ist das Tier so tief sediert, dass es die eigentliche Euthanasie nicht mitbekommt. Es ist dann auch nicht mehr bei Bewusstsein.

 

Merkt mein Tier, was passiert?

Tiere haben nicht das Bewusstsein wie Menschen. Sie erleben Situationen vor allem durch Gerüche, Berührungen, Stimmen und die Emotionalität der Atmosphäre. Oft können sie entspannen, wenn sie die beruhigende Stimme einer Bezugsperson hören. Wenn das Tier sediert ist, merkt es vom weiteren Verlauf nichts mehr.

Manchmal können einzelne Körperreflexe auftreten: ein tiefes Ausatmen, das sich wie ein Seufzen anhört, oder einzelne Muskelzuckungen. Dies ist kein Vergleich zum menschlichen Seufzen – es ist ein Reflex des Körpers. Häufig wirkt dies auf Besitzer belastend. Das Tier leidet aber nicht darunter.

Der richtige Rahmen für die Euthanasie

Der richtige Rahmen für eine Euthanasie ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Wichtig ist vor allem, dass sie in einer möglichst ruhigen, stressfreien und würdevollen Atmosphäre stattfinden kann – sowohl für das Tier als auch für die Menschen, die es begleiten.

Leider lässt sich dies nicht immer vollständig planen oder optimal gestalten. In manchen Fällen bleibt nur wenig Zeit für Entscheidungen. Ob eine Euthanasie in Ruhe vorbereitet werden kann oder unerwartet notwendig wird, hängt stark von der gesundheitlichen Situation des Tieres ab.

Tierärzte und das gesamte Praxisteam organisieren geplante Euthanasien, so dass diese in möglichst ruhigen Praxisphasen stattfinden können. Dennoch ist dies im Praxisalltag nicht immer vollständig planbar, da Notfälle und unvorhersehbare Situationen jederzeit auftreten können.

Wenn eine Euthanasie zwar unausweichlich, aber planbar ist, kann es hilfreich sein, frühzeitig mit der vertrauten Tierarztpraxis ins Gespräch zu gehen. So bleibt genügend Zeit, organisatorische Fragen zu klären, Öffnungs- und Schließzeiten zu berücksichtigen und gemeinsam einen möglichst ruhigen Rahmen für den Abschied zu schaffen.

 

Zuhause oder in der Praxis?

Ob eine Euthanasie zuhause oder in der Praxis stattfinden soll, lässt sich pauschal gar nicht beantworten. Manche Tiere verhalten sich in der vertrauten Praxis ruhiger, andere hingegen zuhause. Wichtig ist es, einen Ort zu haben, an dem die Tiere möglichst ruhig begleitet werden können. Zudem sind nicht alle Praxen in der Lage, Hausbesuche anzubieten – anders ist dies bei Pferden.

 

Sollte ich dabeibleiben?

Das ist eine wichtige Frage, die von der jeweiligen Situation abhängt. Für viele Tiere wirkt die Anwesenheit ihrer vertrauten Bezugsperson beruhigend, und für viele Besitzer ist es auch sehr wichtig, ihrem Tier auf seiner letzten Reise beizustehen. Gleichzeitig ist die Situation häufig emotional sehr belastend, und nicht jeder fühlt sich in der Lage, dies mitzuerleben. Wichtig ist, dass es sich richtig und passend anfühlt.

Cremare Tierbestattung

Wer darf dabei sein?

Auch dies ist individuell. Je ruhiger und entspannter die Situation, desto besser – also lieber wenige vertraute Personen als zu viele. Auch Kinder können einbezogen werden, wenn sie altersgerecht vorbereitet sind und freiwillig dabei sein möchten. Sterben gehört zum Leben dazu. Das ist wichtig, und es sollte Kindern ehrlich, aber behutsam und immer individuell angepasst vermittelt werden.

Wie kann ich den Abschied ruhig gestalten?

Eine friedliche Atmosphäre kann durch viele Dinge geschaffen werden. Manchmal helfen vertraute Dinge, wie die Lieblingsdecke oder ein geliebtes Kuscheltier. Manche Tierbesitzer bringen das weitere Tier mit. Auch dies ist immer individuell davon abhängig, wie die Gesamtsituation ist. Sprechen Sie Ihre Wünsche dazu am besten direkt mit Ihrem Tierarzt ab.

 

Ist ein geplanter Termin besser als eine Notfallsituation?

Ja, ohne Frage. Eine Euthanasie kann sehr belastend sein, und je ruhiger es abläuft, desto besser. Wenn absehbar ist, dass das geliebte Tier zeitnah erlöst werden soll, kann es sinnvoll sein, dies frühzeitig mit der vertrauten Praxis abzusprechen, um den richtigen Zeitpunkt zu planen und die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Auch im Notfall ist das tierärztliche Personal bemüht, alles so einfühlsam wie möglich zu gestalten. Allerdings haben nicht alle Praxen rund um die Uhr geöffnet, sodass Sie im Notfall unter Umständen eine andere Klinik aufsuchen müssen.

Was passiert direkt nach der Einschläferung?

Während die Medikamente verabreicht werden, schläft das Tier langsam tief und friedlich ein. Danach setzen Herzschlag und Atmung aus. Der Tierarzt überprüft anschließend sorgfältig die Vitalparameter, um sicherzustellen, dass der Tod eingetreten ist.

In dieser Zeit und unmittelbar danach können vereinzelt noch körperliche Reflexe auftreten, obwohl das Tier bereits klinisch tot ist: Muskelzuckungen, einzelne ganz tiefe Atemzüge, ein leises Aufseufzen. Auch Blase und Darm können sich entleeren. Das ist alles normal und wird vom Tier nicht mehr wahrgenommen.

 

Wie viel Zeit habe ich danach noch?

Je nach Situation haben Sie in der Regel noch ausreichend Zeit, um sich zu verabschieden. Viele Tierarztpraxen lassen die Tierbesitzer noch eine Weile mit ihrem Tier alleine oder bleiben beim Abschiednehmen dabei – ganz so, wie es gewünscht wird.

Dieser Abschied ist ein hochsensibler Moment, in dem es kein Richtig oder Falsch gibt. Manche Menschen streicheln noch einmal ihr Tier, sprechen mit ihm. Andere schneiden vielleicht eine Felllocke zur Erinnerung. Wiederum andere schaffen es gar nicht, ihren Liebling so anzusehen. Alles davon ist in Ordnung.

Erinnerungsstücke wie Pfotenabdrücke oder Felllocken lassen sich in vielen Fällen auch noch nach der Übergabe an den Tierbestatter anfertigen – sprechen Sie dies einfach an.

 

Was passiert dann organisatorisch?

Vor oder nach der Euthanasie bespricht der Tierarzt mit den Besitzern, was mit dem Tier geschehen soll. Je nach persönlichem Wunsch und regionalen Gegebenheiten kommen folgende Möglichkeiten in Frage:


Individuell trauern und erinnern

Cremare begleitet Sie in dieser schweren Zeit – mit Einfühlungsvermögen, Erfahrung und einem individuellen Angebot für den würdevollen Abschied Ihres Tieres.

Besonderheiten bei verschiedenen Tierarten

Obwohl der grundlegende Ablauf einer Euthanasie bei allen Tierarten ähnlich ist, gibt es tierartspezifische Besonderheiten, die Tierärzte berücksichtigen.

 

Einschläfern bei der Katze

Gerade Katzen reagieren in stressigen Situationen sehr empfindlich und fühlen sich sehr schnell unwohl. Daher wird bei ihnen in der Regel häufig eine Sedierung verabreicht, bis sie wirklich tief schlafen. Das Narkosemittel wird häufig über die Vene, aber auch über andere Wege verabreicht.

 

Einschläfern beim Hund

Die meisten Hunde orientieren sich häufig an ihren Bezugspersonen. Daher kann es für sie beruhigend sein, wenn vertraute Personen dabei sind. Die Sedierung kann venös, aber auch in den Muskel gegeben werden. Sollte die Kreislaufsituation schlecht sein, können auch andere Wege genutzt werden.

 

Einschläfern bei Heimtieren

Je nach Tierart, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten oder andere Kleinsäuger, kann es manchmal allein schon aufgrund der Körpergröße herausfordernd sein, einen Zugang über ein Blutgefäß zu finden. Auch hier können alternativ andere Wege genutzt werden.

 

Einschläfern beim Pferd

Üblicherweise wird ein Pferd über die Halsvene sediert, und auch das Narkosemittel wird über einen Venenzugang verabreicht. Häufig wird das sedierte Pferd im stehenden Zustand euthanasiert. Es kommt dann zu einem Niedergehen des Pferdes, weshalb äußerste Vorsicht geboten ist. Oder das Pferd wird so stark sediert, dass es sich hinlegt.

 

Medizinische Besonderheiten unabhängig von der Tierart

Jede Euthanasie ist individuell und abhängig von vielen Faktoren, die nicht immer vorhersehbar sind. Es ist für alle beteiligten Personen ein hochemotionales Geschehen. Bei jeder Euthanasie kann es vorkommen, dass auch nach einiger Zeit einzelne Atemzüge auftreten, Muskelzuckungen oder ein Seufzen zu hören ist. Dies sind natürliche Vorgänge, die weder bewusst vom Tier gesteuert sind noch von diesem wahrgenommen werden.


Häufig gestellte Fragen zur Euthanasie beim Tier

Die folgenden Fragen und Antworten stammen direkt aus dem Erfahrungsschatz unserer Tierärztin – formuliert für alle, die sich in dieser schweren Zeit Klarheit wünschen.